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... dieser Verein hat ein seltsames Logo!?

    ... oder warum unser Bouleclub (Pétanqueclub) "La Fanny Joyeuse" heißt:

Wenn man beim Petanque 13:0 verliert - schlechter geht es nicht - dann ist man "Fanny" und muss nach französischem Brauch das nackte Hinterteil der Fanny küssen. Dies geschieht zur großen Gaudi der Zuschauer, die diese Zeremonie sehr lustig finden, meist im Gegensatz zur Verlierermannschaft.

Da nicht immer eine Fanny zur Stelle ist, die bereitwillig ihren Hintern zur Verfügung stellt, wird bei uns das Gemälde unserer Fanny geküsst. Diejenigen, die bei uns die Leiter erklimmen um unsere Fanny zu küssen, erhalten danach zum Trost einen Ricard oder ein anderes Getränk nach Wahl.



Reinzoomen

Da es praktisch bei jedem größerem Turnier vorkommt, dass eine oder gar mehrere Mannschaften 13:0 verlieren und unsere "Fanny" auch heute noch regelmäßig auf den Allerwertesten geküsst wird, heißt unser Verein "La Fanny Joyeuse" - übersetzt "Die vergnügte Fanny".



Der Brauch stammt angeblich aus Savoyen. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg gab es im Cafe von Grand-Lemps eine Kellnerin namens Fanny. Der Legende nach durften Kunden, die beim Boulespiel zu Null verloren hatten,  ihr zum Trost einen Kuss geben - einen auf jede Wange, wie es sich gehört.

Eines Tages ereilte auch den Bürgermeister von Grand-Lemps dieses Missgeschick, und er wollte sich ebenfalls von Fanny trösten lassen. Ob Fanny nun irgendetwas gegen ihn hatte oder ihn nur öffentlich bloßstellen wollte, ist nicht bekannt. Jedenfalls stellte sie sich auf einen Stuhl, hob ihren Rock hoch und streckte dem Bürgermeister ihren Hintern entgegen! Der Bürgermeister wollte nicht kneifen (im übertragenen Sinn, versteht sich) und gab Fanny zwei herzhafte Küsse - auf den Hintern!




Spielablauf

Beim Pétanque stehen sich immer zwei Parteien gegenüber, jede verfügt über die gleiche Anzahl Kugeln.
 
Folgende Formationen sind üblich:
1 Spieler gegen 1 Spieler (tête-à-tête) - 3 Kugeln pro Spieler,
2 Spieler gegen 2 Spieler (doublettes) - 3 Kugeln pro Spieler
oder 3 Spieler gegen 3 Spieler (triplettes) - 2 Kugeln pro Spieler.
Ziel ist es, seine Kugeln näher an einer kleineren Zielkugel (Schweinchen) zu platzieren, als der Gegner.
 
Gespielt wird auf jedem Gelände; ein ebenes, glattes Spielfeld wie bei der italienischen Variante, dem Boccia, ist nicht erforderlich.
 
Am Beginn wird ein Abwurfkreis von 35 bis 50 cm Durchmesser gezogen, von dem aus die Zielkugel auf eine Entfernung von 6 bis 10 Metern geworfen wird. Die erste Aufnahme hat begonnen. Wird die Zielkugel während einer Aufnahme verschoben, ist sie bis zu 20 m gültig.
 
Die Mannschaft, welche die Zielkugel platziert hat, platziert auch die erste Kugel. Welcher Spieler aus der Mannschaft einen Spielzug ausführt, ist nicht von Belang.
 
Die andere Mannschaft ist nun solange am Zug, bis sie eine Kugel näher an der Zielkugel liegen hat, als die erste Mannschaft, oder bis sie keine Kugeln mehr zur Verfügung hat.
 
Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, eine Kugel der eigenen Mannschaft als beste Kugel zu spielen. Entweder wird eine eigene Kugel besser platziert, als die beste Kugel des Gegners ("Legen"), oder die bisher beste Kugel wird zugunsten einer eigenen Kugel vom Schweinchen entfernt ("Schiessen"). Schwieriger, aber auch möglich ist das Anstossen der Zielkugel, dies kann die Situation in der Aufnahme völlig verändern.
 
Wenn alle Kugeln beider Mannschaften gespielt wurden, ist die Aufnahme beendet und es wird gezählt. Die beste Kugel bringt einen Punkt für die Mannschaft, der die Kugel gehört. Ist die zweitbeste Kugel von der gleichen Mannschaft, zählt sie einen weiteren Punkt, und so weiter, bis bei der besten Kugel des Gegners die Zählung abbricht.
In einer Aufnahme können also 1 bis 3 (Einermannschaften) oder bis zu 6 Punkte erzielt werden.
 
Dann beginnt die nächste Aufnahme wiederum mit dem Wurf des Schweinchens durch die Mannschaft, welche die vorige Aufnahme gewonnen hat.
 
Eine Partie geht bis 13 Punkte, so ist sichergestellt, daß mindestens drei Aufnahmen gespielt werden. Einzige Ausnahme ist das Finale der Weltmeisterschaft; diese Partie wird bis 15 Punkte gespielt.


Pétanque als Spiel

Pétanque ist ein Spiel, das von Menschen jeden Alters gespielt werden kann. Die Regeln sind auch für Kinder verständlich. Besondere Kraft ist nicht nötig, es geht nicht darum, wer am weitesten kommt; so können Alte und Junge, Männer und Frauen gemeinsam miteinander spielen. Das Material ist einfach und nicht teuer, ein Platz findet sich überall.


Pétanque als Sport

Pétanque kann als Breitensport bezeichnet werden. Nicht nur in Frankreich, seinen Nachbarländern und ehemaligen französischen Kolonien gibt es verbreitet Anhänger des Spiels, die sich in Vereinen und Verbänden zusammenschließen.

Innerhalb der Vereine gibt es Trainer, Ligamannschaften, Jugendförderung, Meisterschaften und alle Merkmale einer Sportart. Auch in Deutschland gibt es ein ausgeprägtes Sportleben des Pétanque. Neben Hunderten von Vereinen und Spielgruppen mit Zehntausenden von lizenzierten Turnierspielern, gibt es auf Landes- und Bundesebene Verbände, die das Sportwesen organisieren und unterstützen.

Die Verbände führen offizielle Ranglisten, bilden Kader, bieten Trainer- und Schiedsrichterlehrgänge an. In der Freiluftsaison drängeln sich hunderte Turniere im Kalender, für den Winter gibt es Trainingshallen.

Generell kann Pétanque in jedem Gelände, auf jedem Boden gespielt werden. Dies gilt auch für Wettkämpfe, jedoch werden im Interesse eines geregelten und möglichst störungsfreien Ablaufes des Wettkampfes häufig Spielbahnen gekennzeichnet. Für das Wettkampfspiel auf Bahnen gibt es zusätzliche Regeln.

Pétanque wird auch als Spitzen- und Leistungssport betrieben. Seit 1959 wird jedes Jahr die Weltmeisterschaft in der Königsdisziplin, dem Triplette (Dreiermannschaft), veranstaltet. In Deutschland werden in allen drei Disziplinen jährlich Landes- und Deutsche Meisterschaften veranstaltet. Die deutschen Damen wurden 2004 in Maspalomas (Spanien) Vize-Weltmeister. Eine deutsche Mannschaft erreichte bei der Senioren-Weltmeisterschaft der Herren 1996 vor eigenem Publikum in Essen den 5. Platz.

Deutschland ist außerdem Teilnehmer am Nordsee-Cup, einem Turnier für die Nationalmannschaften der Nordsee-Anrainerstaaten. "Boules" und damit Pétanque steht auf der Liste des Internationalen Olympischen Komitees IOC als "recognised sport" und damit mögliche zukünftige olympische Disziplin. In Frankreich gibt es einige Spieler, die als Profispieler bezeichnet werden können.


Kugeln

Die Spielgeräte sind Metallkugeln, die gemäß den internationalen Wettkampfregeln zwischen 650 und 800 Gramm wiegen und zwischen 70,5 und 80,0 mm groß sein müssen.

Darüber hinaus müssen Wettkampfkugeln eine Gravur tragen, die das Gewicht und eine eindeutige Kennzeichnung angibt. Nur ein weltweit einziger Satz von jeweils drei Kugeln trägt die gleiche Gravur.

Die Hersteller der Kugeln werden vom internationalen Verband als Hersteller von gültigen Wettkampfkugeln zugelassen.

Je nach Geschmack des Spielers können die Kugeln gefräste Rillen aufweisen oder eine glatte Oberfläche haben.

Jeder Spieler hat zwei (im Falle von Dreierteams), bzw. drei Kugeln im Falle von Einer- oder Zweierteams, zur Verfügung.

Die Kugeln sind hohl, meist werden sie aus zwei verschweißten Halbkugeln hergestellt, es gibt auch gegossene Kugeln.

Die Zielkugel ist nicht hohl, sondern voll aus Holz (Buchsbaum) oder Kunststoff mit einem Durchmesser von 35 mm und darf in einer beliebigen Farbe lackiert sein.

Der Name der Zielkugel variiert je nach geographischer Region. Allerdings scheint die häufig anzutreffende Bezeichnung als "Schweinchen", "Wutz" oder "Cochonnet" darauf hinzudeuten, dass viele Pétanquespieler ein liebevoll-gehässiges Verhältnis zu der kleinen Holzkugel haben.


Geschichte

Entstanden ist das Spiel im Jahre 1910 im südfranzösischen Ort La Ciotat. Der Überlieferung zufolge konnte "Jules Le Noir" aus La Ciotat aus Altersgründen bzw. aufgrund von Rheuma nicht mehr an dem damals verbreiteten, athletischeren Boulespiel, dem Jeu Provencal, teilnehmen. Er musste seine Kugeln auf einem Stuhl sitzend spielen und konnte ohne den sonst üblichen Anlauf die nötigen Entfernungen nicht mehr erreichen.

So einigten sich seine Mitspieler im Dorf darauf, ebenfalls auf den Anlauf zu verzichten und stattdessen aus dem Stand, mit geschlossenen Füßen, zu spielen. Ein Kreis auf dem Boden markierte die Stelle, von wo aus jeder Spieler werfen sollte. Nach und nach wurden die Regeln dieser neuen Spielart entwickelt, aufgeschrieben und ein neues Spiel war entstanden.

Der Name Pétanque basiert auf dem französischen Ausdruck "pieds tanqués", provencalisch "ped tanco", der "geschlossene Füße" bedeutet.


Im Gegensatz zu allen anderen Boulespielarten trat Pétanque einen raschen weltweiten Siegeszug an. Bereits im Jahre 1959 fand die erste Weltmeisterschaft in Spa, Belgien statt. Heute wird Pétanque in über fünfzig Ländern durch nationale Sportverbände vertreten, die in der Dachorganisation F.I.P.J.P.-Fédération Internationale de Pétanque et Jeu Provençal zusammengeschlossen sind.


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